Stupid me?!

Wie gehen Sie mit Ihren Belastungen um?

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle helfen ein Gefühl dafür zu entwickeln, inwiefern eigene Einstellungen und Werte psychische Probleme noch zusätzlich erschweren können.

Hilfreich ist es dabei, den Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten im Hinterkopf zu haben – alle drei bedingen sich gegenseitig.

Vielen Betroffenen Studierenden fällt es sehr schwer, sich selber einzugestehen und zu verstehen, dass die eigene psychische Gesundheit gefährdet ist. Was wiederum als Konsequenz oft dazu führt, dass die Beratungsstellen oder andere helfende Instanzen erst dann aufgesucht werden, „wenn es lichterloh brennt“. Zweifelsohne ist es sinnvoll und wichtig, sich in einer akuten Krise Hilfe zu suchen. Aber warum finden Betroffene Studierende häufig nicht früher den Weg dorthin?

Oft sind es unsere eigenen Schranken im Kopf. Oder anders formuliert:

„Häufig sind es nicht die Steine auf dem Weg, sondern im Rucksack der Studierenden.“

„Wenn ich nicht leiste, bin ich schwach.“

„Ich muss das schaffen.“

„Wenn ich das nicht alleine schaffe, bin ich ein Versager.“

„Dieser ganze Psycho-Scheiß ist doch nur eine Entschuldigung für Schwächlinge.“

„Wenn ich mich beraten lasse, kriege ich gleich einen Stempel aufgedrückt.“

„Die Gesellschaft nimmt keine Rücksicht auf meine Befindlichkeiten.“

Das sind ein paar Beispiel Gedanken, mit denen sich Betroffene Studierende „rumplagen“ könnten. Es sind ein paar extreme Beispiele von unendlich vielen möglichen Gedanken, die wie Schranken im Kopf, oder eben wie schwere Steine im Rucksack, einen beschwerlichen Weg noch weiter erschweren. Und die Sie vor allem in einem Teufelskreis gefangen halten.

Schwierige, anhaltende Situation (Studium, Privat) → Konsequenzen (gedrückte Stimmung, sozialer Rückzug, Versagensängste) → Gedanken, Grundannahmen, Einstellung → nicht in Beratung → Schwierige Situation bleibt, wird schlimmer

Häufig übernehmen wir in unseren eigenen Grundannahmen und Einstellungen gängige Vorstellungen/ Stereotype unserer Umgebung (z. B. Familie, Freunde, Gesellschaft…).

Negative Einstellungen gegenüber psychischen Problemen (z. B. „selber schuld“, „faul“, „muss sich nur mal ordentlich zusammenreißen“) werden dann gegen das eigene Selbst gerichtet und können dazu führen, dass keine konstruktiven Bewältigungsmechanismen genutzt werden (z. B. Beratungsgespräch, Ressourcenmanagement, Selbstfürsorge), sondern vielmehr Selbstabwertung, Überlastung, Verdrängung oder ähnliche „falsche Freunde“ zum Einsatz kommen.

Denkanstoß: Denken Sie an den Akku Ihres Smartphones. Bei einer Person mit psychischen Problemen entlädt sich der Akku sehr schnell, denn Symptome wie z. B. Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, schlechte Stimmung oder Ängste sind wahre „Energiefresser“. Demnach ist die häufig gewählte Bewältigungsmethode „jetzt erst recht über seine Grenzen zu gehen, weil man ja muss“ langfristig keine günstige Wahl, dies führt über kurz oder lang dazu, dass man selbst grundsätzliche Funktionen (Menschen anrufen) nicht mehr erfüllen kann, weil der Akku komplett leer ist.

Über Hilfe nachzudenken, Hilfe zu suchen, in Anspruch zu nehmen und zuzulassen ist schwer, sehr schwer sogar. Und trotzdem ist es eine Herausforderung, die sich lohnt. Energie, die „sinnvoll“ investiert ist.

Es gibt viele Dinge, die Sie nicht so einfach ändern können, die außerhalb Ihrer Kontrolle liegen und Sie sehr viel Energie kosten. Darunter fallen z.B. die Regeln des Prüfungsamts, BAFöG Beschlüsse, die Klausurenphase, die unmögliche Art Ihres Vermieters, der unordentliche Mitbewohner etc. sein. Aber im Gegensatz dazu, was ihr Kopf Ihnen ggf. vermittelt, gibt es immer auch Dinge, die Ihrer Kontrolle unterliegen; Das ist in erster Linie Ihr persönlicher Umgang mit einer schwierigen Situation. Und spätestens, wenn dieser Satz bei Ihnen eine Abwehr auslöst, sind Sie in einer Beratung richtig. Es gibt in jedem Leben Phasen, in denen man keine eigenen Handlungsmöglichkeiten mehr sieht – das heißt aber nicht, dass man diese Phasen nicht spätestens mit Hilfe von außen schaffen oder zumindest überstehen kann. Um hierbei im Bild zu bleiben: Die Hähne mit den akuten Stressoren können nur Sie schließen, wir bzw. Beratungen können dafür aber Hilfsmittel zur Verfügung stellen.

Dass Sie hier sind, war dazu der erste Schritt. Ob dieser Sie schon ans Ziel gebracht hat, oder Sie noch weitere Schritte brauchen, ist Ihre Entscheidung. Falls Ihnen diese Entscheidung schwer fällt, helfen wir gerne dabei.

In Ihrem Studium arbeiten Sie zum einen auf einen akademischen Grad im Fach Ihrer Wahl hin, doch es geht in Wahrheit um viel mehr. Betrachten Sie Ihre Studienzeit als eine Zeit, die die Weichen für Ihre Zukunft in so vielen Aspekten stellt, auch auf der gesundheitlichen Ebene. Wählen Sie einen Weg, der Ihre körperliche und seelische Gesundheit wertschätzt und in schwierigen Zeiten gezielt nach Möglichkeiten sucht, Ihre Gesundheit zu erhalten, denn diese ist das Wichtigste, was Sie haben.

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